Moxibustion, ist eine Jahrtausend alte Wärmepunktur aus der Traditionellen Chinesischen Medizin TCM und bezeichnet den Vorgang der Erwärmung von speziellen Punkten am Körper mit Hilfe von Brennkegeln oder der so genannten Moxazigarre. Die entstehende Wärme verbessert mit der Durchblutung den Energiefluss und regt die Selbstheilungskräfte an. Beim Moxen werden kleine Mengen von getrockneten, feinen Beifußfasern auf oder über Akupunkturpunkten abgebrannt und es gibt 4 verschieden Methoden der Moxa-Anwendung. Anwendung zur Behandlung von Muskelversteifungen, Muskelverspannungen und bei rheumatischen Schmerzen. Hildegard von Bingen beschreibt auch die Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, Gallen- u. Nierenleiden sowie bei Unterleibskrämpfen, da die Wärmetherapie immer krampf- u. schmerzstillend ist. Nicht anzuwenden bei allen entzündlichen, tumorösen, infektiösen und fieberhaften Erkrankungen.
Moxibustion
Regeneration des Körpers
Regeneration bedeutet Leben und Gesundheit. Deswegen sind laut Hildegard von Bingen ein Wechsel von Aktiv- und Ruhephasen, Wach- und Schlafphasen für Körper und Geist sehr wichtig. Es gibt eine Zeit zu arbeiten und aktiv zu sein, aber es muss auch eine Zeit des Ruhens und der Andacht geben - Ora et labora (arbeite und bete). „Ein Leben, das Beten und Arbeiten im Einklang hält, führt zu Gott“. Lebensregeln waren für Hildegard von Bingen eine der Säulen für einen gesunden Geist in einem gesunden Körper und diese Regeln sollte sich der Mensch selbst geben. Besteht ein Ungleichgewicht zwischen Aktiv- und Ruhephasen, zwischen Wach- und Schlafphasen besteht die Gefahr dass unser Körper reagiert. Zu aktiv - ständig geschäftig, ausgelastet und überarbeitet- bedeutet für Körper durch den Stress verursachte Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder auch des Immunsystems und “innerlich“ fühlen wir uns ausgebrannt. Umgekehrt macht “rumsitzen und nichts tun“ den Körper und die Psyche ebenso krank. Deshalb gehörte für Hildegard von Bingen die Einhaltung gewisser Regeln und Rhythmen zur gesundheitserhaltenden Regeneration des Organismus.
Seelisches Gleichgewicht
Hildegard von Bingen erkannte schon früh, dass der Körper und die Seele untrennbar miteinander verbunden sind. Die zerstörende Macht der Laster und “Dämonen“ in den Menschen ist damals wie heute verantwortlich für viele Erkrankungen.. Leidet die Seele und sammeln wir böse Gedanken und Gefühle an, können diese negativen Kräfte “krank machen“ oder die Heilung blockieren. Sie verband, Laster und Dämonen mit den kranken Organen und nur die Umwandlung dieser Laster in Tugenden würde bewirken, dass man auch auf körperlicher Ebene heilen kann. Hildegard von Bingen beschreibt 35 Tugenden und Laster d.h. sie stellt den Tugenden die schlechten Angewohnheiten, Gefühle und Gedanken gegenüber. Um die Seele zu reinigen sollte man die Laster in Tugenden umwandeln um den Körper gesund zu halten oder gesund zu machen und damit wieder die Basis für die Gesundheit des Ganzen schaffen, wobei Musik, Gebet und Meditation zur Harmonisierung und zur Förderung der Tugenden hilfreich sein sollten. Schlechte Kräfte wie z.B. Zorn stellt sie die Tugend Geduld (Kopfregion) gegenüber, der Verzweiflung die Tugend Hoffnung (Oberschenkel, Knie) oder dem Geiz die Genügsamkeit (Füße), … und jedes dieser Laster fördert das “krank werden“ eines Organs bzw. einer Körperregion oder blockiert das gesunden des Körpers. Deshalb muss das Laster in die passende Tugend umgewandelt werden, denn erst wenn die Laster oder wie man heute sagt der “Seelenmüll“ weg ist, bedeutet das auch körperliches Wohlbefinden.